Der Körper kühlt gleichmäßig aus

Es ist ein Mythos, der sich schon lange hält. Zudem liefert er Eltern ein hervorragendes Argument, damit Kinder eine Mütze aufsetzen. Es stimmt aber nicht, dass wir über den Kopf mehr Wärme verlieren als an anderen Körperteilen.

Setzt man einen nackten menschlichen Körper einer kalten Umgebung aus, so werden alle Körperstellen in etwa gleich viel Wärme abstrahlen. Tatsächlich wird der Organismus sogar eher versuchen die Körpermitte, in der die Lebenswichtigen Organe liegen, mit Wärme zu versorgen. Die Extremitäten wie Beine, Arme und auch der Kopf gehören nicht dazu. Über längere Zeit betrachtet wird der menschliche Körper also am Rumpf mehr Wärme verlieren.

Es stimmt also nicht, dass über den Kopf die meiste Wärme verloren geht. Dieser Irrtum ist vermutlich durch eine amerikanische Studie in den 50er Jahren entstanden. Dabei wurden allerdings Freiwillige mit wärmenden Anzügen der Kälte ausgesetzt. Da sie keine Kopfbedeckungen trugen, verloren sie selbstverständlich über den Kopf die meiste Körperwärme. Zwischen 40% und 45% wurden angenommen. In einem Handbuch der US-Arme von 1970 wurden die Soldaten auf Grund der Ergebnisse dieser Versuchsreihe dazu angehalten, dass sie immer eine Kopfbedeckung tragen sollten, um den Wärmeverlust zu verhindern.

Ist der Mensch also gut in Wärmende Kleidung eingepackt, dann stimmt die Annahme also tatsächlich teilweise. Da wir aber in der Regel das Gesicht nicht verdecken, hilft selbst die Mütze nur bedingt.

Subjektiv empfinden wir die Kälte am Kopf wirklich stärker. Grund dafür ist, dass am Kopf viele Nerven sitzen. Dadurch sind wir hier temperaturempfindlicher als an anderen Körperteilen.

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