Der Holzwurm ist kein Wurm

… ein Käfer.

Der Holzwurm hat seinen umgangssprachlichen Namen völlig zu unrecht erhalten. Denn der Holzwurm ist eigentlich ein Käfer. Und zwar mit knapp 2,5 bis 5 Millimeter Länge nur ein sehr kleines Exemplar. Sein richtiger Name ist eigentlich der Gemeine oder Gewöhnliche Nagekäfer (Anobium punctatum).

Die falsche Vorstellung von einem Holz fressenden Wurm dürfte mehrere Gründe haben. Der Nagekäfer ist zwar in ganz Europa verbreitet, bevorzugt aber feuchte und kühle Orte. In gut beheizten Räumlichkeiten tritt er daher selten auf, was der Grund sein dürfte, dass die wenigsten Menschen in ihrem Leben überhaupt die kleinen Käfer zu Gesicht bekommen. Da er auch vor sehr altem Holz nicht Halt macht, trifft man ihn am ehesten im Inventar von feuchten und schlecht beheizten Kirchen an. Auch in Dachbalken fühlen sie sich sehr wohl.

Eher als den Käfer selbst hat man vielleicht schon ein befallenes Stück Holz vor Augen gehabt. Betrachtet man die Gänge, die der Käfer im Holz hinterlässt, dann könnte man den Eindruck gewinnen ein Wurm hätte sich hindurch gefressen.

Die wahrscheinlichste Ursache für die Falschbenennung des Nagekäfers ist das Aussehen seiner Larven. Diese sehen tatsächlich etwas wie sehr kleine Würmer aus. Die Entwicklungszeit der Larve kann bei schlechten Bedingungen bis zu acht Jahre dauern. Im besten Falle schlüpft der Käfer aber schon nach einem Jahr aus der Puppe. Obwohl der Nagekäfer fliegen kann und sich somit neue Eiablageplätze suchen könnte, kehrt er sehr gerne in das Holz zurück, in dem er er selbst herangewachsen ist. Er legt seine Eier also in die alten Gänge, in denen dann eine neue Larve heranwächst.

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