Elfmeter

… statistisch gesehen trifft er häufiger

Es ist eine alte Fußballweisheit. Der gefoulte Spieler sollte nie den Elfmeter selbst schießen. Die vermeintlichen Erfahrungen, auf denen diese Regel beruht, sind jedoch falsch. Es handelt sich um einen psychologischen Irrtum.

In der subjektiven Wahrnehmung von Fußballfans und Experten verschießen die gefoulten Spieler den anschließenden Strafstoß besonders häufig. Die statistischen Daten belegen allerdings das Gegenteil. Zum Beispiel haben in der 1. Fußball Bundesliga in den drei Spielzeiten von 1993 bis 1996 nur zwei von 23 gefoulten Spielern den Elfmeter verschossen. Beide in der Saison 1994/95. Das entspricht einer Erfolgsquote von 91%. Im gleichen Zeitraum wurden insgesamt 242 Strafstöße gepfiffen, aber nur 194 verwandelt. Die Quote liegt hier nur bei rund 80%.

Dieses Beispiel zeigt also, dass sich die gefoulten Spieler statistisch gesehen überdurchschnittlich gut schlagen können. Der Eindruck, dass die Fußballweisheit dennoch stimmt ist eher ein psychologisches Phänomen. Der Eindruck entsteht, da uns der negative Fall (wenn ein gerade gefoulter Fußballspieler selbst zum Elfmeterpunkt schreitet und verschießt) mehr im Gedächtnis bleibt, weil damit wiederum die Annahme bestätigt wird. Trifft der Spieler hingegen, dann ist dies ein nicht weiter ungewöhnliches Ereignis und die Weisheit muss nicht bemüht werden.

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